Schwarzkümmel (Nigella sativum)

Seit dem Altertum wird der Schwarzkümmel, auch «Gold der Pharaonen» genannt, als Heilmittel geschätzt. Der Wirkstoff besitzt vorbeugende und heilende Wirkungen. Am besten untersucht ist der Schwarzkümmel bei den «Wohlstands-Krankheiten» Diabetes mellitus, Hypertonie und Hyperlipidämie. In zusammen führenden Studien senkte Schwarzkümmel den erhöhten Nüchtern-Blutzucker und das glykierte Hämoglobin. Die Ansprechbarkeit auf Insulin nahm zu. Der systolische und diastolische Blutdruck war nach 8 Wochen um etwa 3 mmHg gesunken. Das Gesamt-Cholesterin nahm um 16 mg% ab, das LDL-Cholesterin um 14 mg% und die Triglyzeride um 21 mg%. Das HDL-Cholesterin wurde nicht beeinflusst. Doch müssen Studien mit einem beweisenden Studiendesign die Wirkgrößen bei den «Wohlstands-Krankheiten» bestätigen und prüfen, ob Schwarzkümmel das kardiovaskuläre Risiko senkt.

Aufgrund des Namens könnte man denken, dass der Schwarzkümmel mit dem Kümmel und dem Kreuzkümmel verwandt ist.

Das ist jedoch nicht der Fall: Während der schwarze Kümmel (Nigella sativa) zur Familie der Hahnenfußgewächse gehört, zählen der Echte Kümmel (Carum carvi) und der Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) zu den Doldenblütlern. Weitere Vertreter der Hahnenfußgewächse sind zum Beispiel die Butterblume und der Eisenhut.

So ähnlich sie auch heißen, so unterschiedlich schmecken sie: Kümmel hat ein süßlich-würziges Aroma und wird beispielsweise im Sauerkraut oder Zwiebelkuchen verwendet.

Kreuzkümmel ist dagegen in der indischen und in der arabischen Küche sehr beliebt, etwa für Falafel. Er schmeckt leicht bitter und scharf, hat aber auch eine süßliche Note.

Schwarzkümmel erinnert dagegen an eine Mischung aus Anis, Muskat, Oregano und Kampfer und enthält eine pfeffrige Note. Er ist in den Küchen Westasiens häufig anzutreffen und wird beispielsweise auf Fladenbrote gestreut.

Optisch ist der schwarze Kümmel durch seine Farbe leicht mit dem schwarzen Sesam zu verwechseln. Bei genauerem Hinsehen sind schwarze Sesamkörner allerdings flach und glänzend, während die Samen des schwarzen Kümmels drei Kanten haben und matt erscheinen.

Schwarzkümmel wird vor allem in Westasien und Nordafrika (beispielweise in der Türkei, dem Irak und Ägypten) angebaut und in kleinerem Stil auch rund um das Mittelmeer. In Mitteleuropa ist er eher selten anzutreffen, obwohl er problemlos im eigenen Garten angepflanzt werden kann.

Die einjährige Pflanze mit ihren hübschen hellblauen bis lilafarbenen Blüten lockt zahlreiche Bienen und Hummeln an.

Nicht zu verwechseln ist der schwarze Kümmel mit der „Jungfer im Grünen“ (Nigella damascena), die ihm sehr ähnlich sieht.

Die Samen, die zum Würzen und zu medizinischen Zwecken verwendet werden, wachsen in Kapseln, ähnlich denen des Mohns.

Sobald die Kapseln eine bräunliche Farbe angenommen haben (Juli bis September), können sie abgeschnitten und die Samen über einem Behälter herausgeschüttelt bzw. herausgeklopft werden.

Anschließend lässt man die Samen an einem luftigen Ort nachtrocknen, bewahrt sie in einem verschließbaren Glas auf und kann sie als Gewürz verwenden.

Das Öl besteht

  1. zu etwa 57 % aus Linolsäure (Omega-6-Fettsäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure)
  2. zu etwa 1 % aus Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure)
  3. zu 22 % aus Ölsäure (Omega-9-Fettsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure)
  4. zu 14 % aus Palmitinsäure (gesättigte Fettsäure).

Damit besteht sie zu einem Großteil aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren und zu einem mittelmäßigen Teil aus einfach ungesättigten sowie gesättigten Fettsäuren. Das ideale Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren wird häufig mit 1 : 5 oder noch weniger angegeben.

Das Verhältnis im Schwarzkümmelöl liegt bei 1 : 57, gilt also nicht als optimal. Denn die Aufnahme von zu großen Mengen Omega-6-Fettsäuren steht im Verdacht, Entzündungen im Körper zu fördern.

Allerdings wirkt Schwarzkümmelöl trotz seines Überhangs an Omega-6-Fettsäuren entzündungshemmend (siehe nächster Absatz) – ein Zeichen dafür, dass ein Öl/Fett nicht allein anhand seines Fettsäureverhältnisses beurteilt werden sollte.

Auch sollte nicht vergessen werden, dass auch die Omega-6-Fettsäuren zu den essentiellen Fettsäuren gehören und damit zwingend mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, weil der Körper sie nicht selbst herstellen kann.

Das Öl hilft bei der Langzeitbehandlung von Opiumabhängigen, lindert die Symptome bei Heuschnupfen, bekämpft Infektionen, die durch den Helicobacter pylori ausgelöst wurden, hilft bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes, mildert Asthma-Symptome ab, senkt den Blutdruck (bei Bluthochdruck) und beugt epileptischen Anfällen vor. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige vielversprechende Studienergebnisse genauer vor.

Iranische Forscher untersuchten die Wirkung von Schwarzkümmelöl (3) bei Diabetes -Typ-2-Patienten in einer doppelblinden, randomisierten, klinischen Studie. 25 Probanden nahmen während acht Wochen zweimal täglich je eine Kapsel mit 500 mg des Öls zu sich. Die Kontrollgruppe nahm ein Placebo ein.

Nach den acht Wochen war der Nüchternblutzucker von durchschnittlich 219 mg/dl auf durchschnittlich 153 mg/dl signifikant gesunken. Bei gesunden Personen sollte der Nüchternblutzucker zwischen 70 und 100 mg/dl liegen.

Das „schlechte“ LDL-Cholesterin war ebenfalls signifikant gesunken: Von rund 121 auf 104 mg/dl (Normalwerte: < 100 mg/dl) und das „gute“ HDL-Cholesterin von 46 auf 52 mg/dl gestiegen (Normalwerte: > 40 mg/dl). In der Placebo-Gruppe gab es dagegen keine signifikanten Veränderungen.

Da Schwarzkümmel eine Antihistamin-Wirkung hat, kann er die Symptome einer allergischen Rhinitis, wie eine laufende, verstopfte oder juckende Nase und Niesen, reduzieren. Die allergische Rhinitis ist eine durch Allergie ausgelöste Entzündung der Nasenschleimhaut. Zur allergischen Rhinitis gehören zum Beispiel der Heuschnupfen und die Hausstauballergie.

In einer Studie wurde die Wirksamkeit von Schwarzkümmelöl in Form von Nasentropfen untersucht (6): Drei Mal täglich tropften sich die Probanden in jedes Nasenloch jeweils 1 Tropfen des Öls mit Hilfe einer Pipette. Dies führte nach 6 Wochen zu den folgenden Ergebnissen:

Aufgrund eines Erfahrungsberichts einer Leserin (siehe Kommentare unten) empfehlen wir, die hier beschriebene Anwendung mit äußerster Vorsicht auszuprobieren (z. B. zunächst nur an 1 Nasenloch).

Alle 10 Personen, die angegeben hatten, nur milde Symptome zu haben (z. B. laufende Nase, Niesen), waren anschließend symptomfrei.

Von 16 Personen mit moderaten Symptomen (z. B. Schlaf negativ beeinflusst, verstopfte Nase) waren rund 70 % symptomfrei und 25 % spürten Verbesserungen.

Bei den 12 Personen mit schweren Symptomen (z. B. verstopfte Nase über mehr als 8 Stunden, Niesattacken, gestörter Schlaf) waren rund 60 % symptomfrei und ebenfalls 25 % spürten eine Verbesserung.

Bei der Kontrollgruppe zeigten sich keine signifikanten Veränderungen.

Aber auch wenn es eingenommen wird, lindert Schwarzkümmelöl die Symptome: Bei Heuschnupfen wird empfohlen täglich einen Esslöffel des Öls vor oder nach dem Essen einzunehmen (4). In Kapselform werden meist drei Kapseln à 500 mg pro Tag empfohlen. Auch können täglich 2 g Schwarzkümmelsamen eingenommen werden. Erfahrungsgemäß sollte mit der Einnahme in jedem Fall bereits ein bis zwei Monate vor der Pollensaison begonnen werden (5).

Durch die Antihistamin-Wirkung kann die regelmäßige Einnahme des Öls auch die Beschwerden der Histaminintoleranz senken (10). Orthomolekularmediziner empfehlen z. B. täglich drei Kapseln à 500 mg des Öls – zum Frühstück zwei und zum Abendessen nochmals eine. Studien scheint es zur Einnahme bei Histaminintoleranz bisher nicht zu geben.

Ägyptische Forscher untersuchten die Wirkung des Öls bei 40 Patienten mit rheumatoider Arthritis (umgangssprachlich Rheuma). Die Personen nahmen während des ersten Monats täglich zwei Placebo-Kapseln ein. Im darauffolgenden Monat bekamen sie täglich zwei Kapseln mit jeweils 500 mg Schwarzkümmelöl. Nach diesem Monat hatte die Anzahl geschwollener Gelenke und die Morgensteifheit der Gelenke abgenommen (7), verglichen mit dem vorigen Monat.

Schwarzkümmelöl wird wegen seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung gerne für das Ölziehen empfohlen. Beim Ölziehen wird ein Teelöffel eines Öls für 10 bis 20 Minuten im Mund hin und her bewegt und durch die Zahnzwischenräume gesogen. Anschließend wird das Öl ausgespuckt. Das ayurvedische Ritual erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Eine Studie von 2019 hat untersucht, wie sich das Öl auf die Mundgesundheit auswirkt. 24 Probanden mit mittelschwerer bis schwerer Zahnfleischentzündung (Parodontitis) nahmen an der Studie teil. Es wurde jeweils eine Hälfte ihrer Zähne mit einem alkoholischen Schwarzkümmelextrakt an drei aufeinanderfolgenden Tagen behandelt. Die Zahnfleischentzündungen konnten dadurch signifikant verringert werden (8) und auch die Plaque-Bildung ging zurück.

Der in dem schwarzen Kümmel enthaltene Stoff Thymochinon hat eine starke krebshemmende Wirkung (1) bei verschiedenen Krebsarten gezeigt – unter anderem bei Darmkrebs, Leberkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Lungenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs (so ein Review aus 2021).

Seine Antikrebswirkung entfaltet Thymochinon auf unterschiedliche Weise: Bei Darmkrebs beispielsweise führte Thymochinon zu einem Rückgang des Tumorvolumens.

Bei Leberkrebs wirkte es wachstumshemmend auf die Krebszellen, während es bei Bauchspeicheldrüsenkrebs die Lebensfähigkeit der Krebszellen reduzierte. Diese Ergebnisse stammen aus Zell- und Tiermodellen bei denen Schwarzkümmelextrakt, Schwarzkümmelöl oder reines Thymochinon in ganz unterschiedlichen Dosen zum Einsatz kamen.

In einer Studie von 2024 wurden die Anti-Krebs-Eigenschaften von Schwarzkümmelöl in Bezug auf Brust- und Magenkrebs anhand von weiteren Zellstudien bestätigt (11).

Klinische Studien gibt es bisher nur wenige. Bei Kindern mit Leukämie führte die Dosis von zwei Mal täglich 40 mg reines und isoliertes Thymochinon pro Kilogramm Körpergewicht über sechs Monate gemeinsam mit anderen Krebsmitteln zu einer Remissionsrate von 92 Prozent.

Remission bedeutet, dass die Symptome nachließen, ohne dass eine Heilung erzielt wurde. Forscher vermuten, dass Schwarzkümmel in Zukunft in Kombination mit anderen Krebstherapien wie der Chemotherapie zum Einsatz kommen könnte, da er deren Nebenwirkungen mildert und ihre Wirksamkeit verstärken kann (9).

Dass nicht nur der Schwarzkümmel krebshemmend wirkt (12), sondern auch Ginseng, Knoblauch, Kurkuma, Grüntee, Echinacea, Leinsamen, Klettenwurzel und die Traubensilberkerze, schrieben Forscher der University of the West Indies/Jamaika bereits im Jahr 2020 .

Damit Sie sich – wenn Sie wenig Zeit haben – schnell einen Überblick verschaffen können, haben wir nachfolgend die wichtigsten Fragen rund um das Schwarzkümmelöl gesammelt und beantwortet:

Thymochinon ist ein wichtiger Wirkstoff im Schwarzkümmelöl. Sein Gehalt kann jedoch schwanken. Bei einer Analyse lag er bei beispielsweise 0,24 %.

Das Öl kann entweder in einem Dressing oder Dip oder mit etwas Joghurt eingenommen werden. Man kann es auch pur auf nüchternen Magen einnehmen, wenn einem das Öl schmeckt und man kein Problem damit hat, das Öl pur zu schlucken.

Meist nimmt man (als Erwachsener) vom Schwarzkümmelöl einen halben bis einen ganzen Esslöffel pro Tag ein – oder auch zweimal täglich je einen halben Esslöffel. Kinder und Jugendliche erhalten entsprechend weniger.

Das Öl wird Schwangeren aufgrund potenzieller wehenfördernder Wirkungen nicht empfohlen, kann aber in der Stillzeit und – in Absprache mit dem Kinderarzt – auch bei Kindern ab 6 Monaten (in angepasster Dosierung) verwendet werden​.

Ja, es kann äußerlich auf Haut oder Haare aufgetragen werden und ist in dieser Form ein hochwertiges Pflegeöl und Körper Öl.

Schwarzkümmelöl wird insbesondere zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden, zur Unterstützung von Detox-Kuren, zur Hautpflege, zur Stärkung des Immunsystems, in der Frauenheilkunde, gegen Atemwegserkrankungen (Asthma, Allergien, Heuschnupfen) und zur Senkung von Bluthochdruck eingesetzt​.

Studien deuten darauf hin, dass das Öl positive Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel haben kann, indem es das Gesamtcholesterin sowie das LDL-Cholesterin senkt und das HDL-Cholesterin erhöht​.

Bei äußerlicher Anwendung kann es bei sehr empfindlichen Menschen zu allergischen Reaktionen und Hautirritationen kommen. Bei der Einnahme von Schwarzkümmelöl kann es zu Übelkeit und Juckreiz kommen. Wer empfindlich darauf reagiert, sollte das Öl erst nach dem Essen zu sich nehmen. Außerdem kann Schwarzkümmel (wie praktisch jedes andere Nahrungsmittel auch) zu allergischen Reaktionen führen – Unverträglichkeiten sind nie ausgeschlossen. Öl und Samen gelten jedoch im Allgemeinen als sehr gut verträglich und nahezu nebenwirkungsfrei.

Bei vorhandenen Beschwerden oder wenn regelmäßig Medikamente genommen werden müssen, sollte vor der Verwendung ein Arzt konsultiert werden​.

Für Katzen ist das Öl aufgrund der ätherischen Öle allerdings giftig – es sollte für die Vierbeiner also unerreichbar aufbewahrt werden. Für Hunde ist das Öl hingegen nicht giftig – ganz im Gegenteil:

Wenn Sie eine kleine Menge davon ins Futter oder ins Wasser Ihres Hundes geben, sollen ihm Zecken fern bleiben. Auch bei Pferden wird es gelegentlich (genau wie bei Hunden) gegen innerliche Parasiten eingesetzt.

Häufig werden folgende Dosierempfehlungen gegeben (täglich ins Futter mischen):

Hunde bis 10 kg: einen halben TL Hunde bis 25 kg: 1 TL Hunde über 25 kg: 1,5 – 2 TL

    In der Trächtigkeit und Stillzeit absetzen.

    Für Pferde werden 10 bis 20 ml empfohlen – je nach Größe des Pferdes.

    Beim Kauf des Öls ist unbedingt auf die Qualität zu achten: Es sollte ausschließlich kaltgepresstes Bio-Schwarzkümmelöl im Einkaufskorb landen. Bei der Kaltpressung bleiben die Inhaltsstoffe des Schwarzkümmels bestmöglich erhalten – höhere Temperaturen schädigen sie hingegen.

    Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Erstpressung. Dabei werden die Samen nur einmal ausgepresst. Bei der Zweitpressung wird der Trester dagegen nochmals ausgepresst, was den Ertrag erhöht, aber die Qualität des Öls vermindert.

    Weiter gibt es gefiltertes oder ungefiltertes Schwarzkümmelöl zu kaufen. Mit der Filterung wird auch ein Teil der gesundheitsfördernden Stoffe (Trüb- und Schwebstoffe) entfernt. Im ungefilterten Öl sind sie hingegen noch enthalten. Dadurch schmeckt das ungefilterte Öl intensiver, hat eine dunklere Färbung und ist dickflüssiger. Vor dem Gebrauch sollte das ungefilterte Öl gut geschüttelt werden.

    Ebenfalls ist Öl aus gekeimten Schwarzkümmelsamen erhältlich. Dieses soll besonders bekömmlich und darüber hinaus noch gesünder sein, da bei der Keimung der Samen die Produktion von Vitalstoffen angekurbelt wird. Sie erhalten das Schwarzkümmelöl aus gekeimten Samen z. B. im Shop von Myfairtrade.